Die gängige Lehrmeinung zur Biomechanik der menschlichen Hüfte


Die erforderliche Kraft, um uns beim Gehen, Stehen und Laufen abzustützen, erzeugen die Muskeln im Gesäß– und Oberschenkelbereich!

Welche Kraft diese Stützmuskeln besitzen, erkennt man am besten, wenn man auf einem Bein steht, denn: (so wird Pauwels in der einschlägigen Fachliteratur zitiert)

Beim Gehen und Laufen ist jedes Bein im Wechsel Standbein oder Spielbein.

Die richtig funktionierende Muskulatur im Gesäß–/Oberschenkelbereich hat die ausreichende Kraft, um beim Einbeinstand richtig abzustützen und bewirkt:
Die nicht richtig funktionierende Muskulatur im Gesäß–/Oberschenkelbereich hat keine ausreichende Kraft, um beim Einbeinstand richtig abzustützen; die Folgen sind: Bei Beschwerden wird als erstes Physiotherapie verschrieben, mit der die Stützmuskulatur gekräftigt werden soll. Das erfolgt nach der traditionellen Lehrmeinung. Diese besagt:
So findet man es in den Büchern zu den Gebieten Anatomie, Biomechanik, Sportanatomie, Orthopädie sowie Physiotherapie.

Selbst wenn die Patienten auch zu Hause üben – der gewünschte Erfolg, ein besseres Gehvermögen und geringere Beschwerden, stellt sich oftmals nicht ein.

Schauen wir uns deshalb hier die bestehende Lehrmeinung mal auf der Grundlage folgender Veröffentlichungen genauer an:

In den bildnerischen Darstellungen sieht das wie folgt aus::

Abb. 1:

„Durch die Last P des Teilkörpergewichtes hat das Becken die Tendenz, um das Hüftgelenk des Standbeines zu kippen.“
Quelle: Kummer, a.a.O.

Abb. 2:

„Beim Einbeinstand wird das Becken allein durch die Abduktoren (MF) des Standbeines stabilisiert.“
Quelle: Kapandji, a.a.O.

Abb. 3:


„Beim Gehen neigen die Abduktoren das Becken zum jeweiligen Standbein und ermöglichen so das freie Vorschwingen des Spielbeines.“
Quelle: Weineck, a.a.O., Originalgrafik hier gespiegelt

Abb. 4:


„Beim Einbeinstand kontrahiert sich die Becken- und Trochantermuskulatur (Mm. glutaei medius et minimus) auf der Standseite und hebt das Becken auf der nicht unterstützten Seite bzw. hält es in nahezu horizontaler Stellung.“
Quelle: Buckup, a.a.O.


In der Schemazeichnung von Platzer sind das die blau und grün eingezeichneten Muskeln, die hier gelb umrandet sind:

Abb. 5:

Quelle: Platzer a.a.O.

Pauwels hat dafür folgende Formel entwickelt, auf die sich alle, auch international, berufen:

       Für den Einbeinstand gelten nach dem klassischen Pauwelsschen Hebelmodell
       („Balkenwaage“) unter statischen Bedingungen für die Frontalebene folgende
       Gesetzmäßigkeiten:

       Damit das Hüftgelenk im Gleichgewichtszustand ruhig verharrt, muss das über den
       etwa dreimal längeren Lastarm b wirkende Körperteilgewicht K (= Körpergewicht
       abzüglich Gewicht des Standbeines) durch die Anspannung der über den Kraftarm a
       angreifenden Abduktoren M kompensiert werden.

Mathematisch formuliert:

                                                                         M . a = K . b

       Auf Grund der bestehenden Hebelverhältnisse (kurzer Kraftarm a) muss daher M drei
       Mal so groß sein wie K. Körperteilgewicht K und Muskelkraft M können vektorgraphisch
       summiert werden:
       Als vektorielle Summe aus Körperteilgewicht K und Abduktorenkraft M entsteht die
       resultierende Gelenkskraft R (Pauwels)

zitiert nach Tschauner, a.a.O.

Als Abbildung sieht das so aus –

Abb. 6:

Quelle: Pauwels, a.a.O.

Auch in späteren Veröffentlichungen anderer Autoren, z.B. Verfassern von Anatomiebüchern der letzten zehn Jahre, findet man keine Überlegungen dazu, ob und welche anderen Muskeln für die Stützfunktion infrage kommen könnten. Anlass dazu gäbe es aus folgenden Gründen: Aus diesem Grund habe ich mir, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, Anfang 1999 das Taschenbuch für Anatomie, Teil Bewegungsapparat, von Werner Platzer, gekauft. Dort ist erkennbar, dass es eine Muskelgruppe gibt, die näher an der Wirbelsäule verortet ist als die kleinen Gesäßmuskeln. Es handelt sich um die lateralen Rotatoren. Anhand der Zeichnungen erkennt man sowohl ihre Form und Größe als auch die Ursprungsflächen im Bereich des Beckens, ihren Verlauf sowie ihre Ansatzflächen am Großen Rollhügel.

Diese lateralen Rotatoren haben viele Ursprungsflächen im Bereich des Beckens. Ein Muskel wird sogar über eine Umlenkrolle geführt, wodurch die auf diesen Muskel wirkende Last halbiert wird. Zwei Muskeln haben ihren Ursprung teilweise auf einer Bindegewebsfläche.
Das alles lässt darauf schließen, dass damit große Lasten abgefangen werden können.

Ihre Verortung in dem Bereich bestätigte mein durch extensives Training bereits gewonnenes Körpergefühl. Das half mir, weiter zu üben und nicht aufzugeben.

Zu welchen Ergebnissen ich hinsichtlich der Biomechanik der menschlichen Hüfte gekommen bin, ist dort nachlesbar. <-- Anmerkung; Hier ist ein Fehler, den ich im Prozess suchen muss



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Letzte Änderung: 05.03.25