Hüft–, Rücken–, Knie– und andere Probleme – Ursachen – Lösungen

E20: Das Knie schmerzt – was kann es sein?

Gelenk oder Bindegewebe – Knie oder Tractus iliotibialis?

Das Knie schmerzt, es ist aber nicht angeschwollen, also ist keine Entzündung drin. Hingefallen ist man auch nicht, gestoßen hat man sich auch nicht, Trotzdem verschwinden die Schmerzen nicht wieder, es hilft auch keine Kniebandage. Im Gegenteil, das Gehen fällt einem immer schwerer, mit der Zeit lassen sich Hüfte und Knie nicht mehr strecken und irgendwann auch nicht mehr beugen, man quält sich humpelnd durch den Tag.

Mir ist es vor Jahrzehnten so gegangen – monatelang Knieschmerzen, Bandagen, eines Tages blieb das Knie blockiert. Behandelt wurde auf Entzündung, 10 Wochen lang. Dann wurde eine Arthroskopie gemacht und operiert, da die Knorpelschicht angeblich zu dünn gewesen sei. Das Ergebnis war niederschmetternd: Das Knie blieb so blockiert wie zuvor, die übliche Physiotherapie brachte überhaupt nichts, ich wurde allerdings als Simulantin hingestellt. Wie ich da wieder rauskam? Ich dachte mir einfachste Bewegungs– und Dehnungsübungen für das Bein aus und machte diese über ca. 10 Wochen so lange, bis ich das Bein wieder bewegen konnte. Die damaligen Ärzte deklarierten das dann als ein Wunder, was ich dafür getan hatte, interessierte nicht.

Das ist doch so lange her, warum ich das jetzt schreibe? Ganz einfach, ich stelle fest, dass es auch heute noch sehr vielen Menschen ähnlich geht und die behandelnden Ärzte und Physiotherapeuten immer nur auf das Kniegelenk orientieren. Dabei scheint man ganz zu vergessen, dass es Muskeln, Sehnen und Bänder gibt, dass unser gesamter Körper mit einem dreidimensionalen Geflecht von Bindegewebe versehen ist und diese Organe eine sehr große Bedeutung für das Funktionieren des Körpers und natürlich auch für den Bewegungsapparat haben.

Und wenn man sich bei solchen oben geschilderten Beschwerden um diese Gewebe und deren Zustand kümmert, hat man den richtigen Ansatz. Das konnte ich in den letzten Monaten glücklicherweise erleben. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen hatte ich nach so langer Zeit wieder den damaligen ähnelnde Schmerzen. Es dauerte, bis mir das bewusst wurde und löste verständlicherweise Befürchtungen aus, wieder operiert werden und die gleiche Tortur wie damals durchmachen zu müssen. Es kam unerwartet doch etwas anders: Die behandelnde Ärztin prüfte das Knie und stellte weder Auffälligkeiten noch eine Entzündung fest. Und dann drückte sie nur leicht an den Bindegewebsstrang auf der Beinaußenseite – es tat sehr, sehr weh. Sie prüfte noch einige weitere Stellen mit dem gleichen Ergebnis. Ihr Befund lautete ganz einfach: Der Tractus iliotibialis ist verspannt, in der Muskulatur sind viele Triggerpunkte, von der Fußsohle bis zum Beckenkamm. Sie schickte mich zur Manuellen Therapie; es bedurfte so einiger Behandlungsstunden, bis die Verspannungen gelöst waren.

Wenn das ganze sich auch über einige Wochen hinzog, so bin ich doch froh, beim zweiten Mal die richtige Diagnose und Therapie bekommen zu haben. Das ganze hat noch einen weiteren Effekt: Wieder einmal konnte ich meine Erfahrungen auch für andere nutzbar machen – eine Verspannung des Tractus iliotibialis und der Triggerpunkte in der Stützmuskulatur sind wesentlich öfter Ursache von schlechtem Gehvermögen als gedacht. Die gute Nachricht dabei ist, dass man sie mit konservativen Methoden beheben kann, also keine Operation benötigt, sondern bestimmte Arten von Massagen und Wärme und sich anschließend mehrere Stunden nur ausruhen muss. Dann kommt man endlich mal dazu, die Bücher zu lesen, die schon lange darauf warten.

Nicht verschweigen möchte ich dabei auch, dass derartige Verspannungen, wenn man sie einmal hat, doch immer wieder kommen. Wenn man sich darauf einstellt, hat man eine gute Möglichkeit, sich selbst zu helfen, indem man sich ein Massagegerät zulegt und es regelmäßig benutzt.

© by Henriette van der Wall, 3. April 2015. Alle Rechte vorbehalten

E19: Warum sagen einem das die Ärzte nicht?

Diese Frage stellte mir vor ein paar Tagen eine Frau am Telefon, die auf meine Internetseiten gestoßen war. Was dort steht, leuchtete ihr sofort ein, so dass sie auch meine Übungen sofort ausprobierte. Sie gehören jetzt zu ihrem Alltag.

Dieses Vertrauen bewog sie, mich anzurufen und mir auch weitere Fragen zu stellen. So hatte sie festgestellt, dass sie ihren Oberkörper immer zur rechten Seite neigt und konnte sich das nicht erklären. Meine Vermutung, dass sie ihr Becken immer etwas zur linken Seite drückt, fand sie sehr plausibel und prüfte das gleich mal nach, im Stehen und im Sitzen. Für sie erstaunlich war, dass man das ändern kann, indem man das Becken auf die andere Seite drückt. Das hatte sie weder gehört noch gelesen, weshalb sie mich fragte, warum ihr das noch nie ein Arzt gesagt hat.

Da sich diese Frage viele stellen, so höre ich das von meinen Kursteilnehmer/innen auch hin und wieder, stelle ich hiermit meine Version ins Netz, die auf Informationen von Medizinern beruht: Das hat einerseits seine Berechtigung, andererseits zeigt es eine große Lücke auf:

In der medizinischen Forschung werden die Erfahrungen von Patienten, die sie in ihrem Alltag sammeln, zu wenig oder sogar überhaupt nicht berücksichtigt. Dabei gäbe es sehr vieles, was die medizinische Lehre bereichern würde, da es hilfreich ist.

© by Henriette van der Wall, 28. Dezember 2010. Alle Rechte vorbehalten

E18: Skoliose als Ursache von Rückenschmerzen

Als eine Ursache für Rückenschmerzen wird die Skoliose genannt, also eine seitliche S-förmige Krümmung der Wirbelsäule. Bei einigen entsteht diese in Kindheit und Jugend, auch können Verletzungen, Lähmungen und Operationsnarben dazu führen. So findet man es auf Ratgeberseiten. Was nicht gesagt wird, ist die einfache Tatsache, dass man sich das auch durch Fehlhaltungen in Beruf, Sport, beim Musizieren mit einer Geige oder auch einfach nur durch (falsche) Gewohnheiten zuziehen kann.

Viele Menschen erkennt man an ihrem Gang und auch an ihrer Körperhaltung schon von weitem oder auch von hinten. Und das eben auch deshalb, weil sie bestimmte vertraute Körperhaltungen haben, wie zum Beispiel ein etwas zu einer Seite gedrücktes Becken. Ja, auch das führt zu einer Skoliose mit all ihren Folgen. Doch wird das eben leider nicht gesagt. Obwohl doch das Seitwärtsdrücken des Beckens so einfach korrigierbar wäre, indem man es bewusst zur anderen Seite drückt.

Auch medizinisch nicht gebildete Menschen können ganz einfach feststellen, ob sie eine Skoliose haben beziehungsweise das Becken zu einer Seite drücken. Das geht wie folgt: Wenn das zutrifft, sind die Chancen groß, die Skoliose mit ihren unangenehmen Folgen zu vermindern. Weiteres dazu entnehmen Sie bitte dem Kommentar K15 „Beckenschiefstand“. Die Übungen, auf die dort verwiesen wird, sind bei Skoliose ebenfalls hilfreich.

© by Henriette van der Wall, 27. Dezember 2010. Alle Rechte vorbehalten

E17: Eingeschlafene Hände – was tun?

Wenn einen die Beine nicht mehr tragen, weil die Muskeln so schwach geworden sind, wird einem eine Gehhilfe verschrieben. Nun, fehlt nur ein wenig Kraft und dauert das Aufpäppeln der Muskulatur nicht so lang, dann gibt es kaum ungünstige Auswirkungen auf Arme und Hände. Muss man sich jedoch schwer abstützen, kommt man auch in der eigenen Wohnung nicht mehr ohne Gehhilfe aus, fragt einen irgendwann der Arzt, ob nachts oder auch vielleicht sogar am Tag die Hände einschlafen. Verschlechtert sich der Tastsinn spürbar, vermindert sich die Kraft in dieser Hand ebenfalls, dann hat man ein ausgewachsenes Karpaltunnelsyndrom. Die zielgerichteten Fragen kämen nicht, gäbe es diese Erfahrungen nicht. Doch leider treten derartige Beschwerden bei vielen auf. Auch das Schriftbild verschlechtert sich, doch das wird nicht thematisiert.

Selbstverständlich versucht man zuerst, diese Beschwerden mit konservativen Methoden zu vermindern. Verbreitet ist Strombehandlung. Dafür taucht man die Hände und Unterarme in ein Wasserbad, durch das Strom geleitet wird. Nun mag das ja bei manchen helfen, von Dauer kann der Erfolg bei denjenigen, die weiterhin auf die Gehhilfe angewiesen sind, nicht sein. Deshalb kommt auch eine Operation nicht in Frage. Was also tun?

Es gibt Möglichkeiten, diese Beschwerden auf einem Niveau zu halten, das man ertragen kann. Bewegt man die Finger mehrere Male am Tag für einige Minuten so, als wollte man Fingerübungen auf dem Klavier ausführen, so spürt man mit der Zeit ein wenig Linderung. Eine andere Methode ist Ultraschall für den gesamten Unterarm. Das wird nur leider häufig dafür nicht verschrieben. Wem anderes nicht geholfen hat, sollte diese Varianten auf jeden Fall mal ausprobieren und sich die Entscheidung hinsichtlich einer Operation noch aufheben.

© by Henriette van der Wall, 30. September 2010, Alle Rechte vorbehalten

E16: Meine Knochen tun weh – wirklich?

Immer wieder höre ich vor allem ältere Menschen sagen: Meine Knochen tun mir heute wieder weh, nicht auszuhalten. Da ich ihnen auch nicht helfen konnte, nahm ich auch hin, wenn sie mir dann von Tabletten, Einreibungen und Arzt sprachen. Heute ist das anders, da mache ich sie darauf aufmerksam, dass es nicht die Knochen sind, die ihnen Schmerzen verursachen, sondern die Muskeln mit ihren Sehnen, vielleicht auch einige Bänder. Wären es wirklich die Knochen, dann würden sie den Schmerz ohne starke Gegenmittel nicht aushalten. Anfängliches ungläubiges Staunen ist dann doch Interesse gewichen, wie ich auf diese Bemerkung gekommen wäre. Das ist ganz einfach.

Treten diese Beschwerden vor allem morgens auf, wie mir berichtet wird, dann resultiert das daraus, dass der Stoffwechsel sich beim Schlafen verlangsamt und sich in allen Zellen des Körpers Stoffwechselschlacken abgelagert haben. Diese verursachen dort Schmerzen, wo entsprechende Rezeptoren vorhanden sind, wie zum Beispiel in den Muskeln. Will man diese Beschwerden vermindern, dann braucht man eigentlich nichts anderes zu tun, als sich zu bewegen und viel zu trinken. Dann kommt der Stoffwechsel gut in Gang und die Schlackestoffe werden ausgespült.

Wem auf die Schnelle nicht einfällt, was er da so alles machen könnte, der kann sich ja Anregungen von meiner Internetseite    www.hueft-ruecken-knie-gang-schule.de   holen. Wer das systematisch machen möchte, kann sich die entsprechende Übungsliste dort auch ausdrucken.

Es wäre doch gelacht, wenn Sie dieses Problem nicht in den Griff bekommen sollten – oder!?

Übrigens: Treten die Beschwerden nach längerem Sitzen auf, dann gilt dasselbe.

© by Henriette van der Wall, 08. November 2009, Alle Rechte vorbehalten

E15: „Beckenschiefstand“ oder zur Seite gedrücktes Becken?

Manchen Patienten wird vom Orthopäden ein sogenannter Beckenschiefstand diagnostiziert. Und das war’s dann, weil: Dieser Begriff suggeriert, dass dieser „Beckenschiefstand“ etwas Unabänderliches und Hinzunehmendes sei. Mit all seinen Folgen, wie Wirbelsäulenverkrümmung, kürzer scheinendes Bein auf einer Seite, Fehlbelastungen von Muskeln, Sehnen und Bändern und daraus folgenden Beschwerden in Rücken, Hüfte, Knien.

Bei manchen mag diese falsche Körperhaltung ja so manifest sein, dass man sie hinnehmen muss. Bevor man das aber so sagt, sollte man erst einmal versuchen, ob man es nicht doch ändern kann. Begründung: Dieser „Beckenschiefstand“ wurde in den meisten Fällen durch falsche Körperhaltungen beim Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen erworben. Unmerklich, über Jahre oder Jahrzehnte. Gäbe es keine ungünstigen Folgen, wie die oben genannten, dann könnte man das ja so lassen. Treten aber dann ganz allmählich immer stärker spürbar Schmerzen und andere Beschwerden auf, stolpert man gar über seine eigenen Beine, spätestens dann muss man gegensteuern! Ja, steuern! Da diese falsche Körperhaltung keine akute Lebensgefahr darstellt, hat sich die neuromuskuläre Steuerung daran gewöhnt und für richtig befunden, wie grundsätzlich bei allen Bewegungsmustern, wenn sie keine Beschwerden verursachen.

Also muss die neuromuskuläre Steuerung trainiert werden, um durch eine Vielzahl von Impulsen wieder richtige Körperhaltungen und Bewegungsabläufe zu implementieren. Das geschieht vor allem durch bewusstes Drücken des Beckens auf die andere Seite mittels der kleinen Muskeln, die zwischen Beckenknochen und großem Gesäßmuskel liegen, die von mir als „kleine innere Glutaeen“ bezeichnet werden. Dafür gibt es einige Übungen, die ihren Praxistest bestanden haben. Parallel dazu müssen einige inzwischen verkürzte Muskeln gedehnt werden, wobei es sich insbesondere um die seitlichen Rumpf– und Beckenmuskeln handelt.

Die beiden Übungen dazu, die Sie ohne persönliche Anleitung ausführen können, finden Sie auf meiner Seite    Hüft–, Rücken–, Knie– und Gangschule   unter „Übungen“, dort die Nummern 13 und 14 . Möchten Sie weitere Übungen erlernen sowie Hinweise zum Körpergefühl bekommen, dann müssten Sie in einem meiner Kurse vorbeischauen, deren Ort und Zeit Sie ebenfalls dort finden.

© by Henriette van der Wall, 20. Oktober und 09. Dezember 2009, Alle Rechte vorbehalten

E14: Hammerzehe und Ballen – wirklich nur durch falsches Schuhwerk?

Immer wieder stößt man auf die Auffassung, dass Hammerzehe und Ballen durch zu enges Schuhwerk hervorgerufen werden. Falsche Schuhe mögen eine Ursache sein, sind aber nicht die einzige. Über eine andere und vermutlich ebenso gravierende Ursache habe ich noch niemals etwas gelesen oder gehört – die zu geringe Mitwirkung der Fußmuskulatur beim Gehen und Stehen. Viele Menschen bewegen die Zehen dabei überhaupt nicht. Dadurch erschlaffen Muskeln und Bänder der Füße. Bei ihnen sind natürliche Bewegungsmuster verloren gegangen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, wie Krankheiten und Lähmungen.

Unsere Vorfahren waren auf die Zehen bei verschiedensten Bewegungen im Gelände angewiesen, durch zivilisatorische Einflüsse verschwand die Notwendigkeit dafür immer mehr.

Es reicht also nicht aus, sich solche Schuhe zu kaufen, in denen die Füße genügend Platz haben. Auch das viel beschworene Barfußgehen bringt nur dann etwas, wenn klar ist:

Die Zehen müssen beim Gehen auf den Boden gedrückt werden, um die gesamte Fußmuskulatur bei jedem Schritt zu trainieren. Das gilt übrigens auch für das Fahrradfahren.

Was soll man tun?

Ganz einfach: Man sollte sich möglichst frühzeitig daran gewöhnen, die Schuhe beim Gehen mit den Zehen festzuhalten. Das macht man unbewusst, wenn man solche Sandalen trägt, deren Riemchen so weit vorn angebracht sind, dass man die Schuhe ohne festzuhalten verlieren würde. Auch die einfachen Sandalen, deren zwei winkelförmig angebrachte Riemchen vorn zwischen erster und zweiter Zehe mit der Sohle verbunden sind, eignen sich sehr gut für dieses Training. Wer sich nicht vorstellen kann, dass das stimmt, der sollte während der Sommermonate anderen Leuten mal genauer auf die Füße schauen. Es ist schon sehr interessant – viele Menschen drücken die Zehen auch beim Stehen ganz unbewusst immer wieder fest auf den Boden, andere überhaupt nicht. Um zu prüfen, ob dieses Runterdrücken tatsächlich die gewünschte Langzeitwirkung zur Vorbeugung von Hammerzehe und Ballen hat, muss man einfach mal genauer auf die Füße von älteren Menschen achten. Dabei fand ich meine Überlegung bestätigt.

Diejenigen, die schon die genannten Probleme mit den Füßen haben, können trotzdem Beschwerden vermindern und möglicherweise auch den dann üblichen Operationen vorbeugen, indem sie täglich verschiedenste Gelegenheiten nutzen, die Zehen mehrere Male hintereinander einzukrallen und wieder zu lockern. Wenn man es pro Tag auf 100 mal bei jeder Seite schafft, dann ist das schon ganz günstig. Am günstigsten wäre allerdings, wenn man es schaffen würde, bei jedem Schritt die Zehen zum Boden zu drücken. Doch die Installation dieses Bewegungsmusters dauert sehr lange, da das Gehirn dafür eine sehr große Impulsmenge benötigt.

Man kann natürlich auch gesonderte Übungen machen, wie Stofffetzen, Papierschnipsel oder Bleistifte mit den Zehen aufheben. Das erfordert aber immer gesonderte Vorbereitungen, weshalb ich davon nicht so sehr viel halte. Ich habe bessere Erfahrungen mit solchen Übungen gemacht, die dem normalen Bewegungsverhalten entsprechen und keiner gesonderten Vorbereitung bedürfen. Das lässt sich dann nämlich am besten in den Alltag integrieren. Und während Wartezeiten in Ämtern, bei Ärzten und ähnlichem, in öffentlichen Verkehrsmitteln und bei anderen Gelegenheiten kann man das Runterdrücken der Zehen auf den Boden ganz nebenbei immer wieder mal machen.

© by Henriette van der Wall, 02. September 2009, Alle Rechte vorbehalten

E13: Schmerzen im Knie

Bei vielen Menschen, die über Beschwerden in einem Knie klagen stelle ich fest, dass sie dieses Knie nicht richtig strecken, sondern dieses Bein mit etwas abgewinkeltem Knie auf den Boden aufsetzen und es auch anschließend bis zum Abheben des Beins vom Boden nicht strecken. Bei genauerem Beobachten sehe ich dann meistens, dass sie auch die Hüfte auf dieser Seite nicht richtig strecken. Daraus ergibt sich die Hypothese:

Eine Ursache für Kniebeschwerden liegt in der nicht richtig ausgeführten Hüftstreckung,

wie sie in A/D6: Zusammenhang zwischen Hüft– und Kniestreckung sowie –beugung“ unter „Weitere Auseinandersetzungen mit der Literatur zur Biomechanik und Definitionsversuche“ dargestellt ist.

Diese Ursache kann man beheben. Wie lange es dauert, bis man Hüfte und Knie strecken kann? Das wird sehr verschieden sein, ist vermutlich auch ein wenig von der Zeitspanne des Nichtstreckens der Hüfte sowie vom Alter der betroffenen Person abhängig. Das heißt, je länger die Hüfte nicht gestreckt sowie je älter die Person ist, desto länger dauert das Dehnen der Sehnen im vorderen Beckenbereich.

Vielleicht schafft man es ja nie, Hüfte und Knie richtig zu strecken. Doch bereits das behutsame Üben in diese Richtung und die leichten Dehnimpulse führen im Lauf der Zeit zu einer Verminderung der Beschwerden im Knie. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. Meine Mitschülerinnen haben bereits im Alter von ca. 11 Jahren gemerkt, dass ich das Knie nicht richtig strecke, womit ich damals allerdings nichts anfangen konnte.

Ärzte haben bei mir das Nichtstrecken des Knies erst thematisiert, als es bereits viele Jahre Beschwerden verursacht hatte. Dass es an der fehlenden Hüftstreckung gelegen hatte, haben sie nicht diagnostiziert, das habe ich vor wenigen Jahren selbst heraus gefunden. Meinen KursteilnehmerInnen geht es ähnlich.

Wer diese Muskeln trainieren möchte, kann demnächst auf meiner Seite Hüft–Rücken–Knie–Gang–Schule unter Übungen etwas dazu finden.

© by Henriette van der Wall, 03. August und 18. November 2009, Alle Rechte vorbehalten

E12: Kinderwunsch bei Dysplasiehüfte

Bei Vorliegen einer Dysplasiehüfte heißt es, man sollte sich den Kinderwunsch möglichst verkneifen. Wenn, dann dürfe man höchstens ein Kind austragen, da die Hüfte durch die Schwangerschaft zu sehr belastet würde.

Meine Antwort darauf lautet:
Das mag für manche Arten von Dysplasiehüfte zutreffen, so pauschal gesagt ist es falsch. Wenn das positive Trendelenburg–Zeichen neben dem Röntgenbefund ausschlaggebend für diese Orientierung ist, dann trifft diese pauschale Aussage nicht zu, denn dann kommt es einzig darauf an, ob es gelingt, die Gesäß– und Oberschenkelmuskulatur vor der Schwangerschaft so zu trainieren, dass bei beiden Beinen ein unauffälliger Einbeinstand möglich, also kein positives Trendelenburg–Zeichen erkennbar ist.

Wenn einem das gelingt, dann haben die tiefliegenden Muskeln, ich nenne sie die kleinen inneren Glutaeen, die ausreichende Kraft, dass sie durchspannen und dabei den für die anderen Gesäßmuskeln sowie Bein– und Rückenmuskeln ausreichenden Spannungsimpuls geben, wodurch Hüft– und Kniegelenk des Standbeines nur minimal belastet werden.

Ausführungen über diesen Zusammenhang siehe auf dieser Website unter
„Kommentare zu Auffassungen in der Literatur und Definitionsversuche¸
K4: Positives Trendelenburg–Zeichen – ein neuer Definitionsversuch,
Variante 2 = Definition des Trendelenburg–Zeichens nach meiner Definition des Einbeinstandes vom 20. Juli 2009“.

© by Henriette van der Wall, 23. Juli 2009, Alle Rechte vorbehalten

E11: Gehvermögen und Gangbild schlecht trotz Totalendoprothese

„Mit der Endoprothese können Sie dann wieder richtig gehen!“
So oder ähnlich klingen Versprechungen vor Hüft– und Knie–OP's. Mit Videoaufnahmen vor und nach OP’s versucht man das dann auch zu belegen. Hat man hohen Leidensdruck, sprich kann nachts wegen der starken Schmerzen nicht schlafen, vertraut man auf diese Botschaft und lässt sich operieren. Dann sollte man sich auch operieren lassen, denn dadurch können die durch Überreizung der Nerven in der Knochenhaut ausgelösten Schmerzen nicht mehr auftreten. Etwas besser gehen kann man dann auch, da die ebenfalls durch den Schmerz verursachten Kompensationen langsam verschwinden. Richtig gehen kann man dann aber nur in Ausnahmefällen.

Das ist auch erklärlich, da eine wesentliche Ursache der Schmerzen, falsche Bewegungsmuster und damit falscher Muskeleinsatz, durch die Endoprothese nicht behoben werden. Die richtigen Bewegungsabläufe und vor allem den richtigen Muskeleinsatz muss man erlernen, wenn man irgendwann mal wieder richtig gehen können will. Auch wenn man weiteren Operationen vorbeugen will, muss man das. Das erklärt sich daraus, dass nur bei richtigem Muskeleinsatz der Stoffwechsel im Knochen auch überall dort stimuliert wird, wo es notwendig ist, damit die Endoprothese sich weder am Oberschenkelschaft noch in der Hüftpfanne lockert. Ansonsten sind weitere Operationen in relativ kurzen zeitlichen Abständen vorprogrammiert. Dann kann es einem so ergehen, wie zum Beispiel auf der Seite    Hüft–, Rücken–, Knie– und Gangschule   unter „Resonanz“ von zwei Kursteilnehmerinnen beschrieben.

© by Henriette van der Wall, 14. Juli 2009, Alle Rechte vorbehalten

E10: Starke Schmerzen im Oberschenkel – Ursachen und Abhilfe

Mit diesem Problem sind schon mehrere Leute an mich heran getreten. Nach längerem Gespräch und einigen Übungen kamen wir alternativ auf folgende Ursachen:
  1. Grundsätzlich verspannte Muskulatur, meist seit vielen Jahren.
  2. Falsches Gangbild und damit falscher Muskeleinsatz, was erst in letzter Zeit subjektiv wahrgenomemn wurde.
Die Ursache für eine seit langem verspannte Muskulatur können wir nur in wenigen Fällen ambulant klären, da sowohl der Betroffene als auch der Trainer dafür Zeit zum Beobachten, Reflektieren und Dokumentieren bräuchten.

Wir probieren deshalb aus, welche Übungen aus der umfangreichen Palette durch vielfaches Wiederholen eine Entspannung bewirken und welche Übungen zu einer Verstärkung der Verspannungsschmerzen führen. Das ändert sich immer wieder mal. Im Lauf der Zeit bekommt der Betroffene jedoch ein Gefühl dafür, welche Übungen in welcher Weise ausgeführt entspannend wirken. Dann braucht er nur noch Konsequenz zum täglichen Üben und Kontrollen durch den geschulten Trainer.

Im 2. Fall beschäftigen wir uns zuerst mit dem Gangbild. Das heißt, es wird heraus gearbeitet, welche Fehler der Betroffene beim Gehen macht und welchen dadurch verursachten falschen Muskeleinsatz und damit Überforderung dieser Muskeln sowie welchen falschen Verlauf die Kraftflüsse haben. Dadurch wird das Verständnis für die mechanischen Vorgänge und die Kompensationsmechanismen des Körpers geweckt. Darauf folgen dann vor allem solche Übungen, die biomechanisch richtig sind eine allmähliche Korrektur des Muskeleinsatzes bewirken. Bis man das Problem behoben hat, braucht man viel Geduld und Ausdauer, da die Ursache bereits viel länger zurück liegt als man denkt. Und das Verändern von Bewegungsmustern und der erforderliche Muskelaufbau brauchen ihre Zeit. Im Gegensatz zu manchen Behauptungen ist so etwas aber objektiv möglich. Die Realisierung hängt wesentlich vom Durchstehvermögen der betroffenen Person sowie regelmäßgen Korrekturkonsultationen ab.

© by Henriette van der Wall, 23. Juni 2009, Alle Rechte vorbehalten

E9: Was haben „Hummeln im Hintern“ mit Hüftbeschwerden zu tun

„Hummeln im Hintern“ oder „Zappelphilipp“ – diese Begriffe sind uns geläufig, wenn es um Kinder geht. Aber bei Erwachsenen?

Ja, es gibt auch Erwachsene, die nicht ruhig auf dem Stuhl sitzen können, nervös hin und her rutschen, zwischendurch aufstehen, sich wieder hinsetzen und ruhelos wieder aufstehen. Unter Umständen hält man das für unbezähmbaren Tatendrang. Da kann man sich sehr irren. Insbesondere bei Menschen, die man als zupackend und sehr aktiv kennt, ahnt man nicht, dass sich dahinter etwas ganz anderes verbirgt: Die Nervosität geht von der Gesäßmuskulatur aus. Sie beginnt ganz allmählich nach längerem Sitzen und wird immer stärker, bis man nicht mehr still sitzen kann. Dasselbe passiert einem auch im Liegen.

Die Erklärung ist wie immer einfach: Die Muskulatur ist überreizt und sie reagiert sich im Ruhezustand ab. Das heißt, die zuvor an sie gestellten Anforderungen waren zu hoch. Das hat man aber nicht gemerkt, da man sich vermeintlich normal verhalten und solche Strecken zurück gelegt hat, die man schaffen konnte. Subjektiv stimmt das auch, da es meistens gar nicht so große Strecken waren, man ja früher wesentlich größere Strecken zurück gelegt hat. Objektiv stimmt es leider nicht, da die Muskulatur unmerklich schwächer geworden ist. Folgende Umstände könnten eingetreten sein: Unabhängig von den konkreten Umständen handelt es sich bei allen um dieselbe Ursache:

Man hat schon seit längerer Zeit falsche Bewegungsmuster beim Gehen und damit einen falschen Muskeleinsatz! Dadurch werden einige Muskeln überfordert, es kommt zu den genannten Beschwerden.

Das hat aber niemand thematisiert, da es nur wenige Ärzte gibt, die sich um die Muskulatur kümmern. Bewegungsmuster und Körpergefühl werden noch seltener thematisiert. Das Reden über das Gangbild bringt dabei nicht viel, weil man ja nicht weiss, was man falsch macht, welche Muskeln nicht richtig mitarbeiten und wie man es richtig machen soll.

Wenn es Ihnen ähnlich geht, Sie sich kaum noch trauen, in ein Konzert oder ins Theater zu gehen, da Sie befürchten, wieder nicht still sitzen zu können und vom Geschehen auf der Bühne deshalb kaum noch etwas mitbekommen, Sie nachts ruhelos wieder aufstehen müssen und erst gegen Morgen endlich einschlafen können, dann melden Sie sich bei mir –
in der    Hüft–, Rücken–, Knie– und Gangschule. Dort lernen Sie, was Sie tun können, wenn Sie „Hummeln im Hintern“ plagen. Heute sollten Sie dort schon mal unter der Rubrik „Übungen“ nachsehen und dort wiederum die Übungen 5 und 6 ausprobieren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

© by Henriette van der Wall, 25. Mai 2009 und 26. Oktober 2009, Alle Rechte vorbehalten

E8: Verkürzte Sehnen und nun?

In letzter Zeit habe ich mehrere Male von Betroffenen gehört, dass Sehnen der Beinmuskeln sich verkürzt hätten und man diese deshalb operieren wolle – mit ungewissem Ausgang. Das leuchtet irgendwie nicht ein, weil: Wenn Sehnen sich verkürzen, dann hat das Ursachen. Entweder eine krankhafte Veränderung des Bindegewebes – das hat niemand erzählt. Oder das Bindegewebe wurde nicht richtig mit Wasser versorgt, es war also etwas ausgetrocknet. Das heißt, der Stoffwechsel war etwas gestört, weil die Muskeln und damit die Sehnen eine längere Zeit nicht ausreichend bewegt worden waren. Anlässe dafür wiederum können sein: Unfälle, Entzündungen, andere Krankheiten, auf jeden Fall länger andauernde Ruhezeiten.

Sehnen gehören zum Bindegewebe, wie Knorpel, Bänder, Muskelhüllen. Sie benötigen wie jedes lebende Gewebe Stoffwechsel. Hat man sich normal bewegt, dann werden sie ausreichend auch mit Wasser versorgt. Dadurch bleiben sie elastisch. Bewegt man einen Muskel zu wenig, so verlieren die dazu gehörenden Sehnen Wasser und sie verkürzen sich.

Deshalb wäre es logisch, erst einmal den Stoffwechsel wieder in Gang zu bringen. Das sollte man am besten mit einem Mix von passiven Methoden, wie Massagen, Reizstrom, Thermalwasser, Fangopackungen, und aktiv mit leichten Spannungs– und Bewegungsübungen machen. Vielleicht helfen Ihnen ja die von mir erarbeiteten Übungen, von denen Sie einige auf meiner Internetseite    Hüft–, Rücken–, Knie– und Gangschule   unter der Rubrik Übungen nachlesen können.

Zu beachten wäre dabei, den Anteil des aktiven Übens nur langsam zu erhöhen, um die Sehnen nicht zu überfordern. irgendwann benötigt man dann keine passiven Methoden mehr.

Weiterhin zu beachten wäre: Ausgesprochene Dehnungsübungen sollte man erst dann machen, wenn das Bindegewebe durch ausreichend hohe Wasseraufnahme elastisch geworden ist und die Dehnungen relativ leicht fallen. Mit Behutsamkeit, Geduld und Ausdauer ist man auch da auf der sicheren Seite.

© by Henriette van der Wall, 30. April 2009 und 2. November 2009, Alle Rechte vorbehalten

E7: Arthrose in Hüfte und Knie = Schicksal oder Folge von Fehlern?

Arthrose wird ins Deutsche als Gelenkverschleiß übersetzt (sh. Dr. med. Christoph Schidlo: So lindern Sie wirksam Arhrose, Midena Verlag, Augsburg 1998, S. 8).

In der Literatur werden als Ursachen von Arthrosen spezifische Überlastungen, Verletzungen, Fehlstellungen, Fehlentwicklungen, Durchblutungsstörungen des Knochens, schlecht verheilte Knochenbrüche oder Übergewicht genannt (vgl. a.a.O., S. 9f.). Am häufigsten sind Hüftgelenke „von der Arthrose betroffen. In einem Viertel aller Fälle ist die Ursache unbekannt“ (a.a.O., S. 42).

Wenn man Verletzungen ausschließen kann und es auch keine Hinweise auf die anderen der oben genannten Ursachen gibt, bleiben als wesentliche Ursache Fehlbelastungen übrig. Mechanisch ausgedrückt heißt das:
Der normale Kraftfluss wird umgelenkt beziehungsweise falsch gelenkt, es bilden sich lokale Lastspitzen. Dadurch wird das Material, also die Knochen, das Bindegewebe und die Muskeln, falsch belastet beziehungsweise an einigen Stellen überlastet. Es beginnt ein schleichender Prozess der Veränderung, der sich durch das enorme Kompensationsvermögen von lebendem Gewebe mitunter über viele Jahre hinzieht. Irgendwann treten dann Beschwerden auf.

Um das zu verändern, muss man herausfinden, warum die Kraftflüsse nicht so verlaufen, wie es nach biomechanischen Gesetzen richtig wäre. Dann wird man meistens feststellen: Es liegt an den Muskeln, die nicht so arbeiten, wie sie müssten. Das äußert sich unter anderem wie folgt: Das gilt für Hüfte, Knie und Rücken gleichermaßen.

Was kann man tun?    –   Ganz einfach: Solche Übungen erlernen und täglich durchführen, die den biomechanischen Gesetzen entsprechen.

Was bewirken die Übungen? Wo kann man das tun?   –   In der Hüft–, Rücken–, Knie– und Gangschule

Schauen Sie doch einfach mal rein – die dort genannten Übungen sind ganz einfach.

© by Henriette van der Wall, 19. April 2009, Alle Rechte vorbehalten

E6: Schmerzmittel

Bei Schmerzen in Hüfte und Knien werden Schmerzmittel verschrieben. Dazu gehört Diclofenac. Dieses Präparat, das mit unterschiedlichen Namen von verschiedenen Herstellern angeboten wird, hat mir über Jahre gut geholfen. Als ich Ende der 90er Jahre relativ hohe Dosen benötigte, warnte man mich vor den Nebenwirkungen, mit denen nach längerer Einnahmezeit gerechnet werden muss.

Da sich meine körperliche Leistungsfähigkeit als Folge des systematischen Muskelaufbaus ab Frühsommer 2001 allmählich verbesserte, begann ich die Einnahme zu reduzieren. Bestärkt wurde ich in meinen Bemühungen durch eine kurze Zeitungsnotiz, wonach die Bestandteile dieses Präparates nicht wieder abgebaut, sondern weiterhin im Naturkreislauf verbleiben würden. Inwieweit das stimmt, müssen Fachleute prüfen, für mich steht seitdem fest, dass man bei Schmerzen grundsätzlich mit leichteren Schmerzmitteln beginnen sollte.

Handelt es sich um Schmerzen in der Muskulatur oder auch in den Sehnen, dann helfen am besten ausdauernde Spannungsübungen und leichte Bewegungen, die man über einen längeren Zeitraum machen muss. Das erfordert allerdings Einsicht und Disziplin.

Auch bei Hüft–, Rücken– oder Knieschmerzen sollte man sich als erstes um die Muskulatur kümmern und einfach üben – meistens hilft das und die Schmerzen vermindern sich. Wenn Sie dazu Fragen haben, dann schicken Sie mir doch einfach eine   Mail

© by Henriette van der Wall, 31. März 2009, Alle Rechte vorbehalten

E5: Tennisarm

In der Fernsehsendung von Anne Will ging es am 8. März 2009 um Auswirkungen der Gesundheitsreform auf niedergelassene Ärzte und Patienten. Gezeigt wurde das Beispiel einer Frau, die Beschwerden an einem Ellenbogengelenk, dem so genannten Tennisarm, hatte. Das nennt man so, weil man durch falsche Schlagtechnik beim Tennisspielen derartige Beschwerden bekommen und das relativ einfach als Ursache erkannt werden kann.

Über dieses Phänomen hatte ich mich vor Jahren mal mit meinem Vater, dem Facharzt für Röntgendiagnostik und Strahlenheilkunde in Schwerin unterhalten. Er, in seiner lakonischen Art bei nicht nachvollziehbaren Unterlassungen von Ärzten, sagte: „Ich verstehe nicht, warum die dosierte Röntgenbestrahlung des Ellenbogengelenks nur von wenigen Ärzten angeordnet wird. Ich habe in meiner langjährigen Praxis festgestellt, dass oftmals bereits eine einzige Bestrahlung ausreichte, um die Beschwerden für Jahre los zu werden.“

Diese Frage stellt sich mir ebenfalls, zumal doch gerade Röntgenaufnahmen heutzutage sehr schnell und, wie mir scheint, fachlich weniger fundiert als dort verordnet werden.

© by Henriette van der Wall, 10. März 2009, Alle Rechte vorbehalten

E4: Muskelschmerz – Triggerpunkte

Muskeltriggerpunkte sind „fühlbare punktförmige Verhärtungen des Muskelgewebes, die bei Bewegung, Palpation (Abtasten, Befühlen – die Verfasserin), Druck oder Zug schmerzhaft sind. Mikroskopisch sind im Muskeltriggerpunkt Kontraktionsknoten gefunden worden“ (zitiert aus der Anzeige der Internationalen Gesellschaft für Schmerz– und Triggerpunktmedizin e.V. (IGTM): „Spritzen und Operationen gegen Schmerzen – wirklich die einzige Lösung?“ in Orthopress, Ausgabe 1/2009, S. 12)

Es ist erfreulich, dass die Medizin derartige Schmerzen mittlerweile anerkennt und Möglichkeiten der Behandlung gefunden hat. Das Wort Behandlung sagt es: Der Betroffene ist passiv und lässt den Therapeuten walten. In der Vermutung, so wird es ihm jedenfalls suggeriert, dass damit die Ursache seines Problems gefunden sei.

Richtig ist, dass akute Schmerzzustände damit behoben werden können. Manchmal reicht das auch. Zum Beispiel, wenn die Muskulatur durch Umzüge, Renovierungsarbeiten und andere ungewohnte Tätigkeiten kurzfristig überfordert wurde.

Bilden sich jedoch wiederholt ohne akute Mehrbelastung an denselben Stellen schmerzhafte Triggerpunkte, dann liegt die Vermutung nahe, dass die schmerzende Muskulatur generell zu schwach für die normalen Anforderungen ist. Und dann kann eine Triggerpunktbehandlung nur die akuten Schmerzen lindern. Die Ursachen der Schmerzen müssen durch einen gezielten Muskelaufbau vermindert werden. Bei ausreichender Konsequenz hat man dann sogar die Chance, dass diese Schmerzen allmählich seltener auftreten und irgendwann sogar verschwinden. Und das heißt: Die richtigen Übungen täglich und ausdauernd absolvieren!

Handelt es sich bei Ihnen um Triggerpunkte im Gesäß– und Oberschenkelbereich oder auch im Rücken, dann wäre vielleicht die von mir angebotene Hüft–, Rücken–, Knie– und Gangschule das Richtige.

© by Henriette van der Wall, 03. März 2009, Alle Rechte vorbehalten

E3: Prellung des großen Gesäßmuskels   oder
        Wird der große Gesäßmuskel zum Gehen benötigt?

Um diese Frage zu beantworten, werfen wir als erstes einen Blick in die Literatur. Stellvertretend seien hier Kapandji und Weineck (siehe dazu auch unter „Biomechanik“) genannt.

Kapandji schreibt in seinem Buch Biomechanik auf Seite 42: „Bei normalem Gang wird das Hüftgelenk allein durch die ischiocruralen Muskeln (die rückwärtigen Beinmuskeln) gestreckt, der M. glutaeus maximus (der große Gesäßmuskel) bleibt unbeteiligt. Beim Laufen,Springen und Bergsteigen jedoch spielt der M. glutaeus maximus eine entscheidende Rolle.“

Quelle: Prof. Dr. med. Ibrahim A. Kapandji, Chirurg, ehem. Direktor der Chirurgischen Klinik Paris: Funktionelle Anatomie der Gelenke Schematisierte und kommentierte Zeichnungen zur menschlichen Biomechanik, Band 2, 3. unveränderte Auflage, Hippokrates Verlag GmbH, Stuttgart 1999, S. 19
Übersetzung von: Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Koebke, Zentrum für Anatomie Universität Köln

Weineck stellt in seinem Buch Sportanatomie den Bewegungsablauf des Gehens in fünf Phasen dar. Dabei zeigt er anhand von Abbildungen, dass sich der große Gesäßmuskel an folgenden Phasen innerhalb des Bewegungsablaufes „Gehen“ beteiligt: Quelle: Prof. em. Dr. med. Dr. phil. habil. Jürgen Weineck, Institut für Sportwissenschaft der Universität Erlangen – Nürnberg: Sportanatomie, 16. Auflage, 2003, SpittaVerlag GmbH & Co. KG., S. 231

Das bedeutet: Diese beiden Auffassungen sind nicht deckungsgleich, sondern stehen diametral entgegengesetzt zueinander.

Daraus ergeben sich mehrere Fragen:
Aus meinen Beobachtungen und Selbstversuchen kann ich die Darstellung von Weineck im wesentlichen bestätigen, obwohl nicht gezeigt wird, wie stark die Spannung im großen Gesäßmuskel in der jeweiligen Phase ist.

Jeder, der mal gestürzt ist und sich eine Verletzung, zum Beispiel eine Prellung auf einer Gesäßhälfte, zugezogen hat, weiß, dass er dann nicht richtig oder eventuell sogar ein paar Tage lang überhaupt nicht gehen konnte, weil das Bealsten des Gr0ßen Gesäßmuskels sehr starke Schmerzen verursachte, die erst nach mehreren Tagen allmählich nachließen.

Fazit:
Das ist durchaus als Aufruf zu verstehen, damit nicht nur Leistungssportler, sondern auch normale Bürger die richtige Diagnose und Therapie bekommen können.

Nachbemerkung: Den TeilnehmerInnen meiner Hüft–, Rücken–, Knie– und Gangschule empfehle ich, sich bei sportlichen Männern das Muskelspiel der Gesäß– und rückwärtigen Beinmuskeln anzusehen, um ein Gefühl für diese Muskulatur zu bekommen. Jungen Mädchen oder Frauen hinterher zu sehen bringt da wenig, da die Muskulatur bei ihnen hormonell bedingt weich eingebettet ist.

© by Henriette van der Wall, 09. Februar 2009 und 27. Dezember 2010, Alle Rechte vorbehalten

E2: Leistenschmerzen

Bei Leistenschmerzen sagen die Mediziner: Das Hüftgelenk strahlt aus!

Gegenbehauptung:
Das mag hin und wieder stimmen, oftmals haben Schmerzen in der Leiste jedoch nichts mit dem Gelenk zu tun, sondern mit Stoffwechselstörungen in der Muskulatur!

Ein Chirurg begründete anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung die Medizinersicht so:
Bei Hüftarthrosen sammelt sich im Hüftgelenk Wasser, das drückt auf den durch das Hüftgelenk und die Leistengegend verlaufenden Nerv, deshalb tritt der Schmerz in der Leiste auf.
Leider ließ er sich nicht auf einen Disput mit mir ein, obwohl ich laut und vernehmlich eine andere Ursache nannte.

Was spricht gegen diese Erklärung der Mediziner?

Aus langjähriger Beobachtung lässt sich folgende andere Ursache ableiten:

Durch die Leiste verlaufen die hüftbeugenden Muskeln M. iliopsoas und M. rectus femoris. Sie sind sehr kräftig, auch ein Laie kann sie mit den Händen leicht ertasten. Wie in anderen Muskeln auch so können auch hier Stoffwechselstörungen auftreten. Diese werden durch langes Sitzen oder einseitige Körperhaltungen und Bewegungen hervorgerufen.
Nach dem allgemein üblichen Ausschlussverfahren wäre also jeder Mediziner gut beraten, wenn er erst einmal die Ursache bei diesen Muskeln suchen und den Stoffwechsel fördernde Therapien veranlassen würde.

Die wichtigste Therapie ist, wie könnte es anders sein, die richtige Bewegung.
Schlussfolgerung bei Leistenschmerzen:
Macht man die richtigen Übungen über einen Zeitraum von mehreren Tagen, wird man bereits eine Linderung verspüren. Bleibt man dran und übt weiter, sind die Beschwerden nach ein paar Wochen weg. Mehrere Übungen, die Sie sicherlich ohne große Anleitung allein nachvollziehen können, habe ich auf meiner Internetseite    www.hueft-ruecken-knie-gang-schule.de    unter der Rubrik „Übungen“ erklärt. Am wichtigsten dabei sind die Übungen 5 und 6.

Sollte das wirklich nicht helfen, was relativ unwahrscheinlich ist, dann kann man immer noch der Nervenreizung als Ursache nachgehen.

© by Henriette van der Wall, 05. Dezember 2008 und 27. Dezember 2010. Alle Rechte vorbehalten

E1: Hüftschmerzen

Jede/r Betroffene kennt folgenden Verlauf:

Der Orthopäde lässt Röntgenaufnahmen machen und stellt im Hüftgelenk eine Arthrose fest. Er verschreibt Schmerzmittel und Physiotherapie und kündigt an, dass früher oder später eine Operation notwendig werden wird.

Manchmal testet ein Orthopäde auch die Muskulatur im Gesäß– und Oberschenkelbereich nach Janda. Was das nun aber bedeutet, wurde mir zum Beispiel nicht mitgeteilt. Erst als ich mir die Bücher von Janda, einem Prager Arzt, in der Bibliothek ansah, wurde mir klar, dass auch die von Beschwerden freie Seite bereits vor Jahren wenig Kraft gehabt hatte. Gesagt haben mir das die Orthopäden jedoch nicht.
Schlussfolgerung bei Hüftschmerzen:
Wenn keine ursächliche Muskelkrankheit vorliegt, hat man die Chance, seine Beschwerden wieder zu vermindern, indem man übt, und zwar jeden Tag und die richtigen Übungen!


Ausführliche Informationen darüber und die entsprechenden Kurse finden Sie auf der Seite    www.hueft-ruecken-knie-gang-schule.de

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Wenn Sie mit mir zu diesen oder ähnlichen Problemen Kontakt aufnehmen möchten,
dann können Sie mir unter    h-vdw@gmx.net   eine eMail schicken.

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27.09.14